Familienchronik
Ein Auszug aus unserer Chronik
Aus der Familienchronik Zeilinger
Auffallend häufig begegnet man in den Archiven der Stadt Ried in allen nur denkbaren Schreibweisen dem Familiennamen Zeilinger. Herr Josef Zeilinger, ein Nachfahre dieser alten Familie hat seit vielen Jahren Familienforschung betrieben und im folgenden Beitrag das Auf und Ab der in Ried seit langem seßhaften Familie niedergelegt. Eine chronologische Darstellung ist nicht möglich, weil die Archive und Matriken nur lückenhaft Auskunft geben. Wichtige Hinweise sind dem Bürger- und Häuserbuch der Stadt Ried von Hofrat Max Bauböck/Dr. Berger sowie der Geschichte der Stadt Ried von Dr. Franz Berger zu danken. Weitere Quellen boten das Landesarchiv Linz, das Staatsarchiv Wien, die bayrischen Staatsarchive in München, Landshut, Burghausen, sowie das Schloßarchiv Katzenberg. Der Verfasser hatte auch Verbindung mit dem niederösterreichischen Heimatforscher Karl Friedrich Freiherr von Frank auf Schloß Senftenegg und Professor Dr. Rudolf Büttner in St. Pölten. (Die Schriftleitung).
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Nach Hofrat Dr. Franz Berger dürfte das Innviertel um 500 n. Chr. von Bayern aus im kleinen Rahmen besiedelt worden sein. Die ältesten Ortsnamen stammen aus dem germanischen und enden mit der Silbe -ing oder -ting. Die ing-Namen deuten auf Ansiedlungen in waldarmen Gegenden hin (die leichter urbar zu machen waren), z. B. Gunzing, Eitzing, Atzing, Weierfing —, während die -ting-Namen, später auch mit th geschrieben, auf Versammlungsorte hinweisen, in welchen jährlich einmal durch den jeweiligen Gaugrafen Rechtssachen, Anordnungen über das Gemeinwesen bekanntgegeben und Gerichtsurteile gefällt wurden (Riegerting, Hilprechting usw.).
Die Zeilinger stammen von einer Ansiedlung Zeiling ab. Im Ortsverzeichnis von Österreich sind nur zwei Zeiling erfaßt, und zwar das eine bei Redl-Zipf und der Weiler Zeiling bei Eberschwang. Es ist anzunehmen, daß abgewanderte Zeilinger auch ihre neuen Wohnstätten im niederösterreichischen Raum wieder Zeiling nannten, doch sind diese Orte längst verschwunden. Wann die Ansiedlung Zeiling am Zeilingerberg entstanden ist, läßt sich nicht sagen. Jedenfalls werden Zeilinger, die sich damals auch Zeillinger, Zöllinger, Zailinger, Zaylinger und Zelinger nannten (die Marktschreiber nahmen es nicht so genau; man schrieb damals so wie man hörte), bereits um 1440 in Ried genannt und sind als Marktbürger um 1496 nachzuweisen. Auch im niederösterreichischen Raum und in Wien werden sie um dieselbe Zeit erwähnt. 1503 wurden die Zeilinger samt ihren Familienwappen in das Sebastian-Bruderschaftsbuch eingetragen.
Wenn wir nun Zeiling am Zeilingerberg als Ausgangspunkt für die meisten der Zeilinger nehmen, müssen diese schon um 1200 herum Freibauern gewesen sein, da sonst eine Abwanderung nicht möglich gewesen wäre. Bekanntlich waren ja die damaligen Bewohner Leibeigene des jeweiligen Lehensherrn und zu keinem selbständigen Tun berechtigt. Durch irgendwelche Verdienste, sei es, daß sich ein Sippenmitglied bei einem der zahlreichen Kleinkriege auszeichnete oder aus anderen Gründen, wurden sie als Freie erklärt und ihr Besitz als Freihof bestätigt. Nun liegt die Vermutung nahe, daß sich die Sippe so zahlreich vermehrte und Abwanderungen zwingend wurden, denn nutzbarer Grund war ja rar.
Während sich einige Sippenmitglieder in der bereits besser gerodeten Rieder Mulde niederließen, hat andere die nahe am Zeilinger Berg vorbeiführende Römerstraße Salzburg — Wels — Wien zum Zug nach Niederösterreich angeregt. Es ist auffallend, daß der Name Zeilinger nur im bayrisch-oberösterreichischen Raum und in Niederösterreich vorkommt. Vereinzelt in Salzburg, aber nie in Tirol, Vorarlberg, Kärnten, Steiermark oder Burgenland.
Die Rieder Zeilinger waren hauptsächlich als Gastwirte, Bräuer, Lebzelter und Fuhrleute tätig.
Als Hausbesitzer scheinen damals auf:
1554 Lienhart Zeilinger, Bürger und Bräuer am Keller, und später bis 1618 Georg Zeilinger (damals Zällinger im Marktbuch eingetragen) das heutige Kellerbräu. Lienhart Zeilinger wird 1566 von den anderen Bräuern und Gastwirten beim Rat des Marktes verklagt, weil er das Bier unter dem Reifen verkaufe (also zu billig). Der Rat des Marktes wollte sich in diese Sache nicht einschalten, weil einige Zeilinger selbst Ratsherrn waren und so ging der Streit zur Regierung nach Burghausen. Diese entschied zu Gunsten des Lienhart Zeilinger und erklärte, daß jeder Bräuer Bier so verkaufen solle, wie er es gerecht finde. Als Ratsherrn in Ried walteten damals lange Jahre Hans Zeilinger und Wolf Zeilinger. Der Letztere besaß das Vöckler-Haus (Hauptplatz 13, heute Thurner-Gusenleitner) und war Gastwirt.
Das Haus Hauptplatz 30 (Ammerer), wo seit 1485 ebenfalls gebraut wurde, gehörte 1615—1649 dem Ratsherrn Hans Zeilinger, später seiner Witwe. Diese vermählte sich nach seinem Tode mit einem gewissen Roidl, der Braumeister war. Aber auch dieser starb bald und so ehelichte sie Franz Alpmeier aus Hohenzell. Eine der Töchter aus erster Ehe heiratet 1671 den Bildhauer Veit Adam Vogl, der den Dietmarbrunnen schuf. Dieser besaß das Haus Hauptplatz 11 (Hotel Gärner) und brachte dorthin das Gastgewerbe. Auch das Haus Gebhartgasse 1 (Fleischhauerei Reiter) war in seinem Besitz. 1690 wurde er Marktrichter.
Auf Seite 263 der Geschichte der Stadt Ried wird von einer Stiftung des Adam Zeilinger, Bierbräuer, erzählt, der am 1. 9. 1621 die Brauerswitwe Zauner heiratete, welche den heutigen Gasthof Brunhuber besaß. Der Vater der Zauner war der Handelsherr Gottfried Zauner und besaß die Häuser Hauptplatz 9 (Postgebäude), Nr. 39 (Dallinger Uhrmacher), Nr. 43 (Kaufmann Mayer) und auch das Haus Kellergasse 2 (Bayer Taxi). Der Sohn des Zauner war lange Zeit Marktrichter von Ried.
Ein Abraham Zeilinger besitzt 1635 als Bräuer und Gastwirt das Haus Hauptplatz 5 (Volksbank) sowie die Objekte Hoher Markt 10 (Bräustadl) und Hoher Markt 12 und 16. Dessen Tochter heiratet um 1670 den Lebzelter Gotthard Stieringer, der das Haus Hauptplatz 34 (Hotel Märzendorfer) besitzt. 1706 wurde auf dieses Haus das Weinausschankgewerbe vom Marktamt bewilligt.
Die zweite Tochter des Ratsherrn Hans Zeilinger, welche Eva hieß, heiratete den Gastwirt und Ratsbürger Meyer, der nach kurzer Ehe starb. Die Meyer besaßen die Häuser Hauptplatz 36 (Wetzelsberger), Nr. 37 (Racher) sowie Nr. 41 (Leitgeb). Die Witwe ehelichte dann den Gastwirt Widermüller, der außer dem Braugasthaus Vorstadt 12 (heute Reiberstorfer) auch das Bräuhaus Roßmarkt 27 (Gasthof Träger) sein eigen nannte. Im gleichen Zeitraum gehört das Haus Hauptplatz 32 (Konditorei Zehentner) den Eheleuten Gregor und Maria Zeilinger, geborene Tanner.
Das Haus Hauptplatz 35 (Pospischek) ist Eigentum des Kürschnermeisters Johann Zeilinger. Seine Tochter Barbara heiratet Hans Puechner, 1636—79 scheinen die Söhne Johann, Adam und Gregor und auch die Tochter Maria als Mitbesitzer auf. Kriege, Brände, bei welchen die aus Holz gebauten Häuser restlos vernichtet wurden, sowie teilweise auch das Fehlen männlicher Erben, die in den div. Kleinkriegen meist zugrundegingen, haben allmählich die Besitzungen wieder verlustig gemacht. Der Markt Ried wurde ja mehrmals total zerstört, niedergebrannt und die Verteidiger des Ortes erstochen oder erschlagen: u. a. 1310 durch den österreichischen Herzog Friedrich dem Schönen und 1364 durch den österreichischen Herzog Rudolf den Vierten. Nach einer ruhigeren Zeitperiode brach im Jahre 1483 die Pest aus, die mehr als drei Jahre wütete. 1623 starben an der Pest von den rund 950 Einwohnern 219.
Das Innviertel war häufig Streitpunkt zwischen Bayern und Österreich und daher gab es Kriegshandlungen auch in den darauffolgenden Jahrhunderten immer wieder. 1626 wurden 8000 Mann bayrischer Truppen nach Ried verlegt. Nach der Schlacht bei Pram zogen sie plündernd durch den Markt Ried.
1703 und 1704 wurde Ried dreimal angegriffen und vieles wurde zerstört, was mühsam aufgebaut worden war. Auf Befehl der österr. Eroberer mußten die Marktbefestigungen geschleift und die schweren hölzernen Tore zerhackt werden.
1712—13 und 1742—43 war die Pest wieder zu Gast und von den 1560 Bewohnern des Marktes Ried starben 376. 1741 besetzten die österr. Truppen abermals Ried, doch schon 1742 (vor Ausbruch der Pest) wurden sie wieder von den Bayern vertrieben.
1805 und 1809 zog die französische Armee unter persönlicher Führung von Napoleon — der auch mehrmals in Ried nächtigte — durch den Markt. Große Sachleistungen an die französischen Truppen waren die Folge. Am Rückmarsch wurde neuerlich geplündert. 1831 war ein polnisches Regiment in Ried einquartiert, und zwar bis 1856. Es wurde beschlagnahmt, was an Vorräten vorhanden war. So verarmte der Bürgerstand, vor allem aber die Gastwirte, Bräuer, Bäcker und Fleischer.
Alle diese Ereignisse veranlaßten manche Marktbewohner, wieder auf das Land zu ziehen, um den dauernden Verlusten zu entgehen. So ist auch von den Zeilingern im Markte bis 1900 nichts mehr zu berichten, wohl aber werden sie in den umliegenden Dörfern, wie Lohnsburg, Waldzell, Wippenham, Kirchheim, Eberschwang, Gobrechtsham etc., als Landwirtschaftsbesitzer erwähnt.
Erst 1902 scheinen die Brüder Anton, Franz und Josef Zeilinger, alle aus Hochkuchl bei Lohnsburg, wieder als Besitzer hier auf, und zwar auf Hoher Markt 26, Rainerstraße Nr. 16 und Bahnhofstraße 65, 66, 67. Aber auch diesen Familien blieben große Vermögensverluste nicht erspart. Als der Spediteur Josef Zeilinger 1919 nach vierjähriger Frontdienstleistung in Rußland und Italien heimkehrte, war von den 13 Pferden und 21 Fuhrwagen nur noch das vorhanden, was vom Militär als nicht brauchbar bezeichnet wurde: zwei alte Rösser und vier Wagen. Die folgende Geldentwertung, das Nachhinken der Fuhrtarife gegenüber den dauernden Preissteigerungen brachte große Verluste, von denen sich der Betrieb erst gegen 1935 langsam erholen konnte. Aber schon 1938 zog die Wehrmacht wieder Lastkraftwagen und Anhänger ein.
Auch das Kriegsende war verlustreich. Der gutgehende Gasthof „Am grünen Inn“ in Passau wurde am 8. Mai 1945 von zurückweichenden SS-Truppen als Stützpunkt verwendet und von der amerikanischen Artillerie zerbombt. Nach dem späteren Wiederaufbau zerstörten die beiden Hochwasser im Frühjahr und Herbst 1954 das Gebäude und die neue Inneneinrichtung neuerdings, so daß der Besitz ohne jede Entschädigung aufgegeben werden mußte. Ein zweiter Besitz des J. Zeilinger ging durch die Bürgschaft für einen Transportunternehmer verloren, aber immer wieder konnte der Weiterbestand des Betriebes gesichert und andere Werte geschaffen werden. Die Molkerei Anton Zeilinger und der Gasthof Franz Zeilinger wurden aus politischen Gründen jahrelang behördlich geschlossen und so erlitten auch diese Familien große Einbußen.
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Das Wappen der Zeilinger zeigt einen goldenen Löwen im blauen Felde. Im schräggeteilten Schild sind weiters die Farben Weiß, Blau und Schwarz-Gold vertreten. Als Helmzier zeigt das ganze Wappen noch zwei Büffelhörner und zwischen ihnen einen Löwenkopf.
Auf den niederösterreichischen Zweig der Zeilinger, von denen ein Teil auch in den Adelsstand erhoben worden ist, kann nur hingewiesen werden, obwohl auch hier umfangreiches Archivmaterial in Linz, Wien, München u. a. vorhanden ist.
Das Bild zeigt das Wappen der nö. Linie: Im schwarzen Schild einen schräggelegten, goldenen Knotenstock (gestümmelter Ast), im rechten Oberwinkel begleitet von einem goldenen Stern. Helmdecken: schwarzgolden, auf dem gekrönten Helm ein schwarzer Adlerflug, darauf das Schildbild. Aus dieser Familie stammt Leopold Zeilinger auf dem Wasserschloß Friesing und dem Edelsitz Klein-Purgstall im Viertel ober dem Manhartsberg. Er scheint 1539 als Mitglied des nö. Ritterstandes auf und starb 1550.
Aus: „Die Heimat“, heimatkundliche Beilage der Rieder Volkszeitung (Erscheinungsjahr nicht vermerkt). Im Original mit zwei Wappen und der Bildunterschrift „Eintragung im Rieder Bäckerbuch (1600)“. Handschriftlich am Rand, neben Veit Adam Vogl: „Am Haus der Fleischhauerei Reiter ist er abgebildet“.
Mit Hilfe von KI aus dem Original abgeschrieben und neu gesetzt. Rechtschreibung wie im Original; einzelne Lesefehler sind möglich. Die eingescannten Originale stehen ganz unten.
Zwei Briefe von Karl Friedrich von Frank, 1961
Antwort des Heimatforschers auf Schloss Senftenegg an Josef Zeilinger in Ried.
Post Ferschnitz, Niederösterreich, Austria
13. Jänner 1961
0/9599/1
Herrn
Josef Zeillinger
Griesgasse 8 R i e d i.I., OÖ.
Betrifft: Zeillinger, Wappen
Bezug: Ihr Brief vom 6.I.1961
Beilagen: Schreiben des OÖ.LA.v.19.X.1959 zurück
1 Wappenpause zurück
1 Posterlagschein
Sehr geehrter Herr!
Nach Studium Ihrer Fragen und Durchsicht meiner Behelfe teile ich Ihnen mit:
4) Eine kaiserliche Verleihung vom alten Deutschen Reich erfolgte dd. Prag 15.XI.1628 für Zeillinger, Laurenz, Einnehmer des Mauthausamtes in Wien, seinen Bruder Johann, und deren Vetter Johann. Ihnen wurde der Reichsadelsstand, Wappen, und Rotwachsfreiheit verliehen (Reichsakt).
Wie das hiermit verliehene Wappen aussieht, kann ich augenblicklich nicht sagen, da ich nur diesen Textauszug in meinen Sammlungen habe. Um es festzustellen, müßte ich den Akt im Archiv einsehen lassen.
5) Die erloschene Familie in Niederösterreich führte folgendes Wappen: Im schwarzen Schild ein schrägrechts gelegter goldener Knotenstock (gestümmelter Ast), im linken Oberwinkel (vom Beschauer rechts gesehen) des Schildes begleitet von einem goldenen Stern. Helmdecken: schwarz-golden, auf dem gekrönten Helme ein schwarzer Adlerflug, darauf das Schildbild. Aus dieser Familie war Leopold Zeillinger auf Friesing u. Klein-Purgstall im Viertel ober dem Manhartsberg 1539 Mitglied des nö. Ritterstandes, 1550 tot.
6) Da sich in den Akten des ehemal. Adelsarchives außer dem unter 4) genannten, kein anderer, auf diesen Namen lautender Verleihungsakt befindet, nehme ich an, daß die Verleihung wahrscheinlich durch einen der vom Kaiser ernannten Comites palatini, deutsch Hofpfalzgrafen genannt, erfolgt sein könnte. Über deren Verleihungsakte haben wir leider nur unvollständiges Material, an dessen Bearbeitung und Sichtung seit Jahren von mir im Verein mit dem „Herold“ in Berlin gearbeitet wird. Ohne längere Nachsuche kann ich nicht sagen, ob da etwas Einschlägiges vorhanden sein könnte.
7) Es muß jedoch in Betracht gezogen werden, daß in früherer Zeit die verschiedensten Schreibweisen des Namens in Übung waren, als man noch phonetisch schrieb, d.h. so wie es klang, was bei verschiedener Aussprache insbesondere im Dialekt eben dazu führte, daß man auch Zay-, Zail-, Zä-, Za-, und auch am Anfang Czallinger schrieb. Da gibt es folgende Verleihungen:
8) Zallinger, Gebrüder (Namen nicht genannt), Wappenbrief mit Lehenartikel, dd. Wien 10.II.1572 (Reichsakt)
9) Zallinger, Georg, Hanns, Felix, Brüder, Wappenbrief mit Lehenartikel, dd. 18.XII.1597 (Reichsakt)
10) Zallinger, Jacob, Rat zu Bozen, Adelsstand, Wappenbesserung, dd. Regensburg 11.III.1664 (Reichsakt)
11) Zallinger, Christoph, Andreas, Handelsleute zu Bozen, Adelsstand mit dem Prädikate „zum Thurn“, Wappenbesserung, dd. Wien 19.I.1672 (erbländischer Akt.) NB. Zu 8) – 11) gilt analog das zu 4) Gesagte.
Post Ferschnitz, Niederösterreich, Austria
13. Jänner 1961
0/9599/1 2. Blatt Zeillinger, Ried i.I.
12) An Personen, die vermutlich zu Ihrer Vorfahrenschaft gehörten, nenne ich als Bürger von Ried:
Zeilinger, Michael, Bürger 1533 (Schloßarchiv Katzenberg)
Zeilinger, Lienhard (Leonhard), Bürger und Brauer am Keller, Mitglied des Rates und Verwalter des Spitals 1554–75, und seine Frau Catharina † vor 1596. Sie hinterließ 4 Kinder
Zeilinger, Wolf(gang), Wirt, Mitglied des Äußeren Rates, 1594–1612, besaß das Föckler-Haus (Kirchenrechnung 1594)
Zeilinger, Hans, Brauer, besaß vermutl. das Haus Nr. 29 Hauptplatz, Mitglied des Äußeren Rates 1594–1612, 1622, 1638
Zeilinger, Abraham, erwarb 1622 das Meisterrecht, Brauer, Mitglied des Äußeren Rates 1650.
13) Da die Matriken der Pfarre Ried i.I. 1593 beginnen, würde durch Forschung in diesen jedenfalls Ihre Stammreihe soweit zurückverfolgt werden können, um den Anschluß an die Vorgenannten zu finden. Möglicherweise würde auch durch archivalische Forschungen eine weitere Rückverfolgung und Ergänzung möglich sein.
14) Namengebend ist sicherlich einer der Orte Zeil(l)ing in OÖ. und NÖ., denn Zeillinger bedeutet nichts anderes als: der von (oder aus) Zeilling. […]
15) In den verschiedenen topographischen Behelfen finde ich keine ehemal. Burg oder festen Wohnsitz* in der Ortschaft Zeiling b. Gampern erwähnt. Das würde nicht ausschließen, daß früher ein solcher bestanden hat. Es gab ja in OÖ. u. NÖ. eine Unzahl solcher kleiner Edelsitze, die dann verschwunden sind, bzw. es sind ihre Besitzer im Bauernstande aufgegangen. Darüber wären eingehendere Studien erforderlich, die den Rahmen einer Auskunftserteilung überschreiten würden. Sie wäre auch nur dann indiziert, wenn eben eine begründete Vermutung vorliegen würde.
Damit habe ich – wie ich glaube – alles gesagt, was sich zunächst zu Ihren Fragen sagen und erklären läßt. Als Sammlungs- und Schreibkostenbeitrag bitte ich S 100,– auf mein Konto einzuzahlen.
Hochachtungsvoll
Frank
PS. Ihrer hs. Notiz glaube ich entnehmen zu können, daß Sie sich das Wappen malen lassen wollen. Das sollte nur durch einen Fachmann geschehen. Gewünschtenfalls kann ich das durch meinen Wappenmaler besorgen lassen.
* Fester Wohnsitz heisst befestigter, also damals mit Palisaden umgebener Hof.
Mit Hilfe von KI aus dem Original abgeschrieben und neu gesetzt. Rechtschreibung wie im Original; einzelne Lesefehler sind möglich. Die eingescannten Originale stehen ganz unten.
Die Originale anzeigen (6 Scans)





