Madagaskar war unsere dritte große Afrika-Reise. Wir hatten schon zweimal Südafrika und die umliegenden Länder bereist, nun war es Zeit für etwas Neues. Elektronische Geräte blieben zu Hause! Wir hatten vereinbart, möglichst alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen und kein Auto zu mieten. Afrikanisch eben. Im Osten des Landes hatte ein Zyklon die Küstenstraße verwüstet, dort waren wir etwa 100 Kilometer zu Fuß unterwegs. Die Flüsse haben wir auf Pirogen überquert, und jedes Mal waren wir darauf angewiesen, dass uns niemand ausnimmt, niemand bedroht. Wir wurden zu lokalen Festen eingeladen. Man sagte uns, dass in diese Gegend kaum Weiße kommen, zehn im Jahr oder so. Das waren sehr prägende Erlebnisse. Und wenn man darüber nachdenkt: Würden drei Dunkelhäutige irgendwo bei uns am Land aufschlagen und um Trinkwasser bitten, dann nehmen wir uns alle einmal an der eigenen Nase, ob wirklich jeder von uns ihnen Wasser geben würde.
Reisen
Madagaskar, August 2004
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